Rasante Floßfahrt
Geschichte
mehr

Geschichte

Testimonial

Beim Fällen der Bäume setzt Franz Seitner auf den Mond. Nur wenn der abnehmende Mond kein Wasserzeichen (Krebs oder Fisch) hat, ist der Zeitpunkt ideal, um die Bäume für seine Flöße zu fällen. Dies sind im Monat nur jeweils vier bis fünf Tage, in denen gefällt, entastet und geschäpst werden kann.

Franz Seitner, Der Mond bestimmt den richtigen Zeitpunkt
Franz Seitner

Der Bedarf an Holzlieferungen stieg vor allem wegen der wachsenden Bautätigkeit ab dem 13. Jahrhundert in München. Von Lenggries und Garmisch wurden auch Kalk, Gips, Kreide sowie importierte Wolle, Seide und Rosinen befördert. Zur Weltausstellung in Wien erfolgte im Jahr 1904 der Transport einer großen Brauerei-Sudpfanne.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein regelmäßiger Personen- und Güterverkehr eingeführt. Nach einem Fahrplan aus dem Jahr 1854 fuhr jeden Montag ein Floß ab nach Landshut, Passau, Linz und Wien. Den Höhepunkt erreichte das Handwerk Mitte des 19. Jahrhunderts, als jährlich 5.800 Flöße die Wolfratshauser Lände passierten.

Mit dem Ausbau der Straßen ging die Nutzung der Floße immer mehr zurück. Die Isartalbahn, die 1891 zwischen München und Wolfratshausen in Betrieb ging, ersetzte letztendlich das Floß als Transportmittel. 1922 fuhr das letzte Floß von Wallgau nach München. Dafür erlebte die Floßfahrt ab 1903 ein Comeback als Vergnügungsfahrt. In Erinnerung an seine bewegte Geschichte und als Wahrzeichen für die heute noch gelebte Flößertradition darf sich Wolfratshausen seit 2010 "Internationale Flößerstadt" nennen.

Viele interessante Hintergrundinformationen zur Flößerei finden sich auch auf www.isargeschichten.de.