Johannifloßprozession
Lichterglanz und Heiligenschein

Johannifloßprozession am Samstag, 20. Mai 2017

In Anlehnung an den historischen Ablauf beginnt die Floßprozession nach Einbruch der Dunkelheit mit einem Festzug der Wolfratshauser Traditionsvereine zur mit Fackeln und Feuern stimmungsvoll beleuchteten alten Floßlände. Dort erwartet der Stadtpfarrer von St. Andreas die festlich geschmückten Flöße der Wolfratshauser Flößereibetriebe und die Ehrengäste zum kirchlichen Segen.

Nach der Abfahrt der Flöße setzen Wolfratshauser Kinder kleine Lichterflöße ins Wasser, die auf der Loisach flussabwärts treiben. Flößer und Lichterflöße werden dann an dem mit Fackeln beleuchteten Fußgängersteg mit der so genannten „Nepomuksmusik“ empfangen. Inzwischen funkelt und glitzert die Loisach zwischen Johannisbrücke und Kastenmühlwehr im Licht tausender tanzender Lichter. Ein Feuerwerk über den Dächern der Altstadt vollendet das eindrucksvolle Szenario. Die Johannifloß-Prozession wurde 1994 mit dem Neubau des Kasenmühlwehr wieder eingeführt.

Einwohner und Besucher sind zu diesem Wolfratshauser Festtag herzlich eingeladen.

Die Johannifloß-Prozession wie sie früher war:
Die Floßprozessionen wurden bis vor hundert Jahren regelmäßig in Wolfratshausen durchgeführt. Die Chronik von Wolfratshausen beschreibt die letzte Johannifloß-Prozession im Jahr 1910 folgendermaßen:

„Ihm (des Hl. Johannes Nepomuk) zu Ehren wurde am Vorabend des 16. Mai das Johannifloß festlich geschmückt und bei der oberen Floßlände unterhalb vom Bruckmaier ins Wasser gelassen. An der oberen Loisachbrücke, wo sich zuerst beim Brückenwirt, dann beim Kopfsgutterhaus eine 1909 von der Stadt München gestiftete Johannisstatue befand – sie wurde erst 1984 nach dem Brückenneubau wieder dort aufgestellt –, standen dicht gedrängt die Zuschauer und warten auf das erste Zeichen. Endlich hörte man den Knall von Schüssen und sah von weitem das erste Floß herankommen, auf welchem die Musikkapelle saß. Eine Rakete stieg zum Himmel, und man sah auch die Lichter des zweiten Floßes mit der Statue des Hl. Johannes langsam näher kommen. Es war mit Bäumchen und Blumengirlanden geschmückt. Zahlreiche Lichter erstrahlten in feierlichem Glanz, der sich im Wasser widerspiegelte. An den Brückenpfeilern hingen Lampions, um die Durchfahrt zu beleuchten. Bei der Hauptfloßlände blieb dann das Floß stehen, und der Pfarrer kam an das Ufer und segnete das Floß. Ein buntes Raketenfeuer erleuchtete das ganze Loisachwehr“.