
Johannifloßprozession am So, 17. Mai 2026
Nach neun Jahren soll eine alte Tradition wieder gefeiert werden
Am Sonntag, 17. Mai 2026 mit Einbruch der Dunkelheit findet wieder eine ganz besondere Traditionsveranstaltung statt: Die Johannifloßprozession.
Eigentlich sollte die sonst im 3-jährigen Turnus geplante Veranstaltung schon 2020 bzw. 2023 abgehalten werden.
Doch vor sechs Jahren kam die Corona-Epedemie dazwischen und vor drei Jahren machte ein Hochwasser den Flößern einen Strich durch die Rechnung. So freuen sich alle darauf, dass dieses Highlight in diesem Jahr wieder auf die Loisach zurückkehren soll.
Um 19 Uhr findet zunächst zu Ehren der Johannifloß-Prozession und des Hl. Johannes Nepomuk in der Kirche St. Andreas ein feierlicher Gottesdienst statt.
In Anlehnung an den historischen Ablauf (von 1910) beginnt die Floßprozession nach Einbruch der Dunkelheit mit einem Festzug der Wolfratshauser Traditionsvereine zur mit Fackeln und Feuern stimmungsvoll beleuchteten alten Floßlände.
Dort werden die katholischen und evangelischen Pfarrer die festlich geschmückten Flöße der Wolfratshauser Flößereibetriebe und die Ehrengäste zum kirchlichen Segen anhalten, um danach den Flößen zuzusteigen. Alles wird musiklaisch umrahmt.
Nach der Abfahrt der Flöße setzen Wolfratshauser Kinder kleine Lichterflöße ins Wasser, die auf der Loisach flussabwärts treiben. Die Johannifloß-Prozession wurde 1994 mit dem Neubau des Kastenmühlwehr wieder eingeführt.
Einwohner und Besucher sind zu diesem Wolfratshauser Festtag herzlich eingeladen.
„Abfahrtszeit“ der Flöße ist um 20:45 Uhr vorgesehen, um gegen 21.15 an der Alten Floßlände zur Segnung anzulegen.
Auf der Loisach zwischen Johannisbrücke und Kastenmühlwehr bei Einbruch der Dunkelheit.
Die Johannifloß-Prozession wie sie früher war:
Die Floßprozessionen wurden bis vor hundert Jahren regelmäßig in Wolfratshausen durchgeführt. Die Chronik von Wolfratshausen beschreibt die letzte Johannifloß-Prozession im Jahr 1910 folgendermaßen:
„Ihm (des Hl. Johannes Nepomuk) zu Ehren wurde am Vorabend des 16. Mai das Johannifloß festlich geschmückt und bei der oberen Floßlände unterhalb vom Bruckmaier ins Wasser gelassen. An der oberen Loisachbrücke, wo sich zuerst beim Brückenwirt, dann beim Kopfsgutterhaus eine 1909 von der Stadt München gestiftete Johannisstatue befand – sie wurde erst 1984 nach dem Brückenneubau wieder dort aufgestellt –, standen dicht gedrängt die Zuschauer und warten auf das erste Zeichen. Endlich hörte man den Knall von Schüssen und sah von weitem das erste Floß herankommen, auf welchem die Musikkapelle saß. Eine Rakete stieg zum Himmel, und man sah auch die Lichter des zweiten Floßes mit der Statue des Hl. Johannes langsam näher kommen. Es war mit Bäumchen und Blumengirlanden geschmückt. Zahlreiche Lichter erstrahlten in feierlichem Glanz, der sich im Wasser widerspiegelte. An den Brückenpfeilern hingen Lampions, um die Durchfahrt zu beleuchten. Bei der Hauptfloßlände blieb dann das Floß stehen, und der Pfarrer kam an das Ufer und segnete das Floß. Ein buntes Raketenfeuer erleuchtete das ganze Loisachwehr“.




